A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V Z

A


AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbener Immundefekt)
Infektionskrankheit, die durch die Infektion mit HIV (Humanes Immundefekt Virus) verursacht wird. Die Übertragung der im Blut und anderen Körperflüssigkeiten (v.a. Samenflüssigkeit, Scheidensekret) Infizierter enthaltenen Viren ist ausschließlich durch Eindringen in kleine Haut- oder Schleimhautverletzungen bei unmittelbarem Kontakt mit diesen Flüssigkeiten möglich. Die Ansteckung erfolgt vor allem über Sexualkontakte. Nach Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird AIDS daher zu den Geschlechtskrankheiten gezählt. Daneben führt vor allem auch der Gebrauch kontaminierter Injektionsnadeln und die Übertragung von erregerhaltigem Blut oder Plasmaprodukten zur Infektion.

Akne
Hautkrankheit, die meist in der Pubertät auftritt. Durch eine Überproduktion von Talg und eine verstärkte Verhornung der Haut kommt es zur Verstopfung der Ausführungsgänge der Talgdrüsen und Haarfollikeln und so zur Entwicklung von Mitessern, Entzündungen und Infektionen. Die Ursache ist vor allem eine vermehrte Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene).

Akrosom
Kappenartige Struktur, die den Spermienkopf umgibt. Das Akrosom enthält eiweißspaltende Enzyme, die dem Spermium das Durchdringen der Eizellhülle (Zona pellucida) ermöglichen und im Prozeß der akrosomalen Reaktion freigesetzt werden.

Akrosomale Reaktion
Prozeß, bei dem die Spermien die Fähigkeit erlangen, die Hülle der weibliche Eizelle zu durchdringen. Das Akrosom ist eine Struktur, die den Spermienkopf umgibt. Bei der Akrosomreaktion werden Substanzen (Enzyme) aus dem Akrosom freigesetzt, die die Zona pellucida aufweichen und so das Vordringen des Spermiums zur Eizelle ermöglichen.

Amenorrhö
Ausbleiben der monatlichen Regelblutung.

Androgene
Männliche Sexualhormone. Androgene werden vor allem in den Hoden gebildet. Testosteron ist das wichtigste körpereigene Androgen. Androgene regulieren die männlichen Fortpflanzungsfunktionen, die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale und haben allgemeine Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Körpereigene und synthetische Androgene können als Arzneimittel eingesetzt werden.

Antagonist
Körpereigene Substanz oder Arzneimittel, welches die Wirkung einer anderen Substanz oder eines Arzneimittels aufhebt oder vermindert.

antagonistisch
Gegensätzlich, entgegengesetzt.

Antiandrogene
Antihormone. Synthetische Hemmstoffe der Androgene. Bei einigen Antiandrogenen handelt es sich um Gestagene, die zusätzlich eine antiandrogene Teilwirkung besitzen.

Antigestagene
Antihormone. Synthetische Hemmstoffe des körpereigenen Progesterons. Neben der antigestagenen Wirkung kann diese Substanzklasse in Abhängigkeit vom Zielorgan antiandrogene, antiöstrogene oder sogar gestagene (dem Progesteron vergleichbare) Effekte haben.

Antiöstrogene
Antihormone. Synthetische Hemmstoffe der Östrogene. Neben der antiöstrogenen Wirkung kann diese Substanzklasse in Abhängigkeit vom Zielorgan weitere (teilweise sogar östrogene) Wirkungen haben.

Anämie
Blutarmut, Krankheitsbild, das mit einer Verminderung des Blutfarbstoffes und / oder der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) einher geht.

Applikation
Verabreichung / Anwendung von Medikamenten (z.B. oralparenteral).

Arteriosklerose
Chronische Erkrankung der Arterien (Arterienverkalkung). Durch herdförmige, faser- und fettreiche Verdickungen (Sklerosen) der Gefäßinnenhaut entstehen Gefäßverengungen und -verhärtungen, die zu Durchblutungsstörungen mit schweren Konsequenzen führen können.

Atrophie
Rückbildungserscheinung an Geweben / Organen, die durch Mangelernährung, Minderdurchblutung oder mangelnden Gebrauch verursacht werden.

Azoospermie
Bezeichnung zur Beschreibung der Qualität des Ejakulats. Bei einer Azoospermie sind keine bzw. nur unreife Spermien im Ejakulat vorhanden.

B


Basaltemperatur
Körpertemperatur, die morgens unmittelbar nach dem Aufwachen gemessen wird. Bei der Frau gibt die regelmäßige Messung der Basaltemperatur Hinweise über den Zeitpunkt des Eisprungs und kann z.B. zur natürlichen Empfängnisverhütungund Diagnose von Blutungsstörungen genutzt werden.

Bauchspiegelung
Laparoskopie, diagnostisches Verfahren zur direkten Betrachtung der Bauchorgane mittels eines stabförmigen optischen Instruments (Laparoskop). Neben der Beurteilung der Organoberflächen sind auch Gewebsentnahmen und kleinere operative Eingriffe möglich (z.B. Eileiterdurchtrennung).

Befruchtung
Vereinigung der mütterlichen Eizelle und der väterlichen Samenzelle, die zur Bildung der Ursprungszelle (Zygote) eines neuen Organismus führt.

Billingsmethode
Methode der natürlichen Familienplanung (NFP). Die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Menstruationszyklus erfolgt durch Selbstbeobachtung des Schleims aus dem Gebärmutterhals.

Blutungsstörung
Störungen der Regelblutung, die den Rhythmus (zu häufige oder zu seltene Blutungen), die Stärke oder die Dauer der Blutung betreffen können. Sind organische Ursachen für diese Unregelmässigkeiten ausgeschlossen, spricht man von funktionellen Blutungsstörungen.

C


Chemische Schutzmittel
Methode der Empfängnisverhütung. Die verschiedenen Zubereitungsformen (Ovula, Cremes, Scheidenzäpfchen, Sprays) enthalten spermienabtötende Inhaltsstoffe (Spermizide) und dichten zusätzlich durch Schaum- oder Filmbildung den Muttermund gegen Spermien ab.

Chlamydien-Infektion
Geschlechtskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Cholesterin
Cholesterin ist ein wichtiger Grundbaustein für den Körper. Es ist Bestandteil der Zellmembran, Ausgangsstoff für die Bildung von Hormonen und Vitaminen sowie für die Bildung von Gallensäure. Cholesterin ist im Blut nicht löslich und wird zum Transport an eine wasserlösliche Hülle gebunden - die sogenannten Lipoproteine. Es gibt verschiedene Lipoproteine, die unterschiedliche Aufgaben haben. Das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) hat die Aufgabe, den Organismus mit Cholesterin zu versorgen. Es transportiert das Cholesterin zu den Blutgefässen, wo es z. B. für den Aufbau der Zellwände benötigt wird. Das HDL (High Density Lipoprotein) transportiert das Cholesterin von den Gefässen zur Leber, wo es abgebaut wird. HDL gilt daher als Schutzfaktor vor Arterienverkalkung.

Coitus Interruptus
Methode der Empfängnisverhütung, bei der der Penis unmittelbar vor dem männlichen Orgasmus aus der Scheide herausgezogen wird. Die Ejakulation (der Samenerguss) erfolgt ausserhalb der Vagina.

Corpus luteum
Gelbkörper. Zellformation, die sich im Eierstock nach dem Eisprung aus den Zellresten des Follikels (Eibläschens) bildet. Der Gelbkörper produziert das weibliche Sexualhormon Progesteron.

D


Depotpräparate
Arzneimittel, die aufgrund ihrer besonderen Zusammensetzung über einen längeren Zeitraum konstant eine gewisse Menge des Wirkstoffs im Körper freisetzen.

Diaphragma
Scheidenpessar, Pessar. Methode der Empfängnisverhütung, bei der eine flach gewölbte Gummi- oder Kunststoffmembran in das obere Scheidengewölbe eingeführt wird. Der Muttermund wird somit abgedeckt und für Spermien unzugänglich gemacht.

Dreimonats-Spritze
Methode zur hormonalen Empfängnisverhütung, bei der ein Hormondepot (Gestagen) in den Muskel gespritzt wird, das drei Monate lang wirkt.

Dysmenorrhö
Starke Unterleibsschmerzen während der Regelblutung.

Dysfunktionelle Blutungen
Funktionelle Blutungsstörungen. Störungen der Regelblutung, die den Rhythmus (zu häufige oder zu seltene Blutungen), die Stärke oder die Dauer der Blutung betreffen. Sind organische Ursachen für diese Unregelmässigkeiten ausgeschlossen, spricht man von funktionellen Blutungsstörungen.

E


Eierstöcke
Ovarien, weibliche Keimdrüsen. Die wichtigsten Aufgaben der Eierstöcke bestehen in der Bereitstellung von befruchtungsfähigen Eizellen und in der Bildung der weiblichen Sexualhormone (Östrogen und Progesteron).

Eileiter
Tube, weibliches Genitalorgan. Der Eileiter nimmt die reife Eizelle nach dem Eisprung aus dem Eierstock auf und transportiert sie weiter zur Gebärmutter. Im Eileiter findet die Befruchtung statt.

Einphasenpräparate
Monophasische Präparate. Präparate zur hormonalen Empfängnisverhütung, bei denen Östrogen und Gestagen über den gesamten Einnahmezyklus gleichbleibend dosiert werden.

Eisprung
Ovulation. Das etwa am 14. Zyklustag erfolgende Platzen eines Follikels (Eibläschens) im Eierstock, bei dem eine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird. Die Oberfläche des Eierstocks wird dabei eingerissen. Die Eizelle tritt aus und wird vom Eileiter aufgenommen.

Ejakulat
Sperma, Samenflüssigkeit. Sie enthält die Spermien, denen bei der Ejakulation die Sekrete von Prostata und Samenblase beigemischt werden.

Ejakulation
Samenerguss, Ausstoss der Samenflüssigkeit (Ejakulat) durch rhythmisches Zusammenziehen des Samenleiters und durch kräftige Kontraktionen der Muskulatur der Penisschwellkörper.

ektope Schwangerschaft
Extrauterine Schwangerschaft. Schwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle ausserhalb der Gebärmutter einnistet (z.B. im Eileiter)

Embryo
In der Schwangerschaft: Bezeichnung für den Keimling (die befruchtete Eizelle) bis zum Erreichen der endgültigen Form mit der Anlage aller Organe. Beim Menschen spricht man bis Ende des 3. Monats (ca. 84. Tag) von einem Embryo, danach von einem Fetus.

Empfängnisverhütung
Kontrazeption. Massnahmen zur Verhinderung einer Schwangerschaft.

Endokrin
Nach innen absondernd, mit innerer Sekretion verbunden. In der Regel wird das Wort für Vorgänge im Zusammenhang mit Hormonen und Hormondrüsen verwendet.

Endokrinologie
Die Lehre von der Funktion der Hormondrüsen und den Hormonen.

Endometriose
Gynäkologische Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutterhöhle wächst (z.B. im Eileiter, Eierstock oder in der Bauchhöhle). Die Krankheit kann nicht nur zu starken Unterleibsbeschwerden, sondern auch zu Unfruchtbarkeit führen.

Endometrium
Schleimhautauskleidung der Gebärmutterhöhle. In einem monatlichen Zyklus (Menstruationszyklus) wächst das Endometrium und bereitet sich so auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Findet keine Empfängnis statt, wird die Funktionsschicht des Endometriums mit der Monatsblutung abgestossen.

Erektion
Die Anschwellung, Vergrösserung und Versteifung des Penis bei sexueller Erregung, die das Eindringen (die Penetration) in die weibliche Scheide ermöglicht. Dabei wird durch nervale Impulse im Penis die Schwellkörpermuskulatur entspannt und eine erhöhte Blutzufuhr in den Penis ermöglicht. Gleichzeitig wird der Abfluss des Blutes durch Muskelzug und Abdrücken der Venen verhindert.

Erektionsstörung
Erektile Dysfunktion, die Unfähigkeit, eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Aktivitäten ausreichende Erektion (Versteifung) des Penis zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

Erythrozyten
Rote Blutkörperchen, die den Farbstoff Hämoglobin enthalten. Sie sind für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich.

Ethinylestradiol
Synthetisches Östrogen, welches vor allem in hormonalen Präparaten zur Empfängnisverhütung verwendet wird.

Extrauterine Schwangerschaft
Ektope Schwangerschaft. Schwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle ausserhalb der Gebärmutter einnistet.

F


Feminisierung
Verweiblichung.

Fertilität
Fruchtbarkeit, die Fähigkeit zur Fortpflanzung. Bei der Frau besteht sie von der Menarche (der ersten Regelblutung) bis zur Menopause (der letzten Regelblutung), beim Mann vom ersten spontanen Samenerguss bis ins hohe Alter (mit grossen individuellen Unterschieden).

Fetus (auch Fötus)
In der Schwangerschaft: die heranwachsende Frucht in der Zeit vom 85. Tag der Schwangerschaft bis zur Geburt. Davor spricht man vom Embryo.

Follikel
Eibläschen im Eierstock, die aus der eigentlichen Eizelle und einem umhüllenden Zellverband bestehen. Wenn Follikel reifen, bilden sie Östrogene (Follikelhormone).

Fraktur
Knochenbruch.

FSH (follikelstimulierendes Hormon)
Hormon der Hirnanhangdrüse, welches die Funktion der Keimdrüsen (bei der Frau die Eierstöcke, beim Mann die Hoden) reguliert. Bei der Frau regt FSH die Eibläschen (Follikel) im Eierstock zum Wachstum an und veranlasst die Bildung der Östrogene. Beim Mann stimuliert FSH die Bildung von Spermien.

Funktionelle Blutungsstörungen (dysfunktionelle Blutungen)
Störungen der Regelblutung, die den Rhythmus (zu häufige oder zu seltene Blutungen), die Stärke oder die Dauer der Blutung betreffen. Sind organische Ursachen für diese Unregelmässigkeiten ausgeschlossen, spricht man von funktionellen Störungen.

G


Gebärmutter (Uterus)
Weibliches Genitalorgan. Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges, muskulöses Hohlorgan. Sie ist innen von einer Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet. Das Endometrium wächst in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus. Wenn es zu einer Befruchtung kommt, nistet sich die Eizelle in dieser Schleimhaut ein. Die Gebärmutter ist dann der Ort der Entwicklung des Kindes. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Schleimhaut mit der Regelblutung abgestossen. Das untere Drittel der Gebärmutter wird als Gebärmutterhals bezeichnet.

Gebärmutterhals (Zervix)
Der nach unten enger werdende Teil der Gebärmutter. Er wird zur Scheide hin durch den äusseren Muttermund und zum Gebärmutterkörper hin durch den inneren Muttermund begrenzt. Ein zäher Schleimpfropf dichtet den Gebärmutterhals ab, der sich nur um den Zeitpunkt der Ovulation herum verflüssigt und für Spermien durchlässig wird.

Gebärmutterschleimhaut
Endometrium. Schleimhautauskleidung der Gebärmutterhöhle. In einem monatlichen Zyklus (Menstruationszyklus) wächst das Endometrium und bereitet sich so auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Findet keine Empfängnis statt, wird die Funktionsschicht des Endometriums mit der Monatsblutung abgestossen.

Gelbkörper (Corpus luteum)
Zellformation, die sich im Eierstock nach dem Eisprung aus den Zellresten des Follikels bildet. Der Gelbkörper produziert das weibliche Sexualhormon Progesteron.

Genitaltrakt
Bezeichnung für die Gesamtheit der inneren und äusseren Geschlechtsorgane von Frau und Mann.

Geschlechtskrankheit (Sexually Transmitted Disease, STD)
Infektionskrankheiten, die vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Zu den "klassischen Geschlechtskrankheiten" gehören Gonorrhö (Tripper), Lues (Syphilis), Ulcus molle (weicher Schanker), das Lymphogranuloma inguinale (Vierte Geschlechtskrankheit, Durand-Nicolas-Favre-Krankheit) und das Granuloma inguinale (Fünfte Geschlechtskrankheit). Nach der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten auch Trichomoniasis, Chlamydien-Infektionen, Herpes der Geschlechtsorgane, Candidiasis, Infektionen mit Papillomaviren, Virushepatitis und AIDS.

Geschlechtsreife
Lebensspanne, in der eine Frau Kinder gebären kann.

Gestagene
Weibliche Sexualhormone. Oberbegriff für alle körpereigenen und synthetischen weiblichen Sexualhormone, die eine ähnliche Wirkung wie das Progesteron haben.

GnRH (Gonadotropin Releasing Hormon)
Neurohormon, das im Hypothalamus gebildet wird und die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) dazu anregt, ihrerseits Hormone auszuschütten. Im Zusammenhang mit der Regulation der Sexualfunktionen sind die von der Hypophyse gebildeten Hormone FSH und LH relevant. FSH und LH regulieren ihrerseits die Funktion der Gonaden (Eierstöcke und Hoden).

Gonaden
Keimdrüsen (bei der Frau die Eierstöcke, beim Mann die Hoden).

Gonadotropine
Hormone, die von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet werden und die Funktion der Keimdrüsen steuern. Die Gonadotropine FSH und LH regulieren die Funktion von Eierstöcken und Hoden.

Gonorrhö
Tripper, Geschlechtskrankheit, die durch Bakterien (Gonokokken) verursacht wird.

Granuloma inguinale (Venerisches Granulom)
Geschlechtskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Gravidität
Schwangerschaft

H


hCG (humanes Choriongonadotropin)
Ein in den ersten Wochen der Schwangerschaft im Mutterkuchen (Plazenta) gebildetes Hormon, welches den Schwangerschaftsgelbkörper im Eierstock bei der Progesteronbildung unterstützt. In Blut und Urin ist das hCG mit dem hormonalen Schwangerschaftstest nachweisbar.

Hepatitis
Leberentzündung.

Herpes genitalis
Geschlechtskrankheit, die durch Herpes-Viren verursacht wird.

Hirnanhangdrüse
Hypophyse. Kirschgrosses Organ, das unterhalb des Gehirns an der Schädelbasis liegt. Die Hypophyse reguliert durch die Abgabe von Hormonen verschiedene Organfunktionen (z.B. Nebennierenrinde, Schilddrüse). Durch die Ausschüttung von Hormonen (Gonadotropinen) steuert die Hypophyse die Funktion der Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden). Die Hypophyse wird ihrerseits vom Hypothalamus (einem Areal im Zwischenhirn) gesteuert.

Hirsutismus
Entwicklung eines männlichen Behaarungstyps bei Frauen. Ursache ist vor allem eine vermehrte Produktion männlicher Sexualhormone (Androgene).

HIV (Humanes Immundefekt Virus)
Erreger von AIDS.

Hitzewallung
Unangenehmes, vorübergehendes Gefühl von Hitze in der Haut, vor allem in den oberen Körperpartien bei Frauen. Das Gesicht rötet sich und es kann zu Schweissausbrüchen kommen. Dauer und Häufigkeit der Hitzewallungen können erheblich schwanken: von wenigen Sekunden bis zu 30 Minuten, mehrmals pro Stunde oder nur einige Male im Monat. Die Hitzewallungen sind oft von Herzrasen begleitet. Da sie häufig nachts auftreten, klagen die betroffenen Frauen über Schlafstörungen. Hitzewallungen werden durch den Östrogenmangel in den Wechseljahren verursacht.

Hoden
Testis, männliche Keimdrüsen. Die Aufgabe der Hoden besteht in der Bereitstellung der männlichen Samenzellen (Spermien) und der Produktion der männlichen Sexualhormone, der Androgene.

Hormonale Empfängnisverhütung
Hormonale Kontrazeption, die zur Zeit zuverlässigste reversible (rückgängig zu machende) Methode der Schwangerschaftsverhütung. Hormonale Kontrazeptiva sind z.B. Pille (orale Kontrazeptiva), Hormonspirale (Intrauterines System IUS), Spritze, Implantat, Pflaster oder Vaginalring verfügbar.

Hormone
Körpereigene oder synthetisch hergestellte Substanzen, die als Botenstoffe Informationen zwischen den Zellen (oder zwischen den Bestandteilen einer Zelle) übermitteln und so Stoffwechselfunktionen in ihren Zielzellen regulieren. Im ursprünglichen Sinn bezeichnet der Begriff körpereigene Wirkstoffe, die in Hormondrüsen gebildet werden und über den Blutweg an anderen Organen ihre spezifische Wirkung ausüben. Inzwischen wurden viele weitere hormonal wirksame Substanzen, wie z.B. Gewebshormone entdeckt, die gleich an ihrem Bildungsort wirken. Viele Hormone können synthetisch hergestellt und als Arzneimittel genutzt werden, wie z.B. die Sexualhormone.

Hormonbehandlung in den Wechseljahren
(Hormonsubstitution, Hormonersatz). Die Verabreichung von Sexualhormonen (Östrogen, Gestagen) zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden (z.B. Hitzewallungen, nächtlichen Schweissausbrüchen und Herzrasen).

HPV-Infektionen
Geschlechtskrankheit, die durch HPV-Viren (Humanes Papilloma Virus) verursacht wird.

Humanes Papilloma Virus (HPV)
Eine Gruppe von Viren, von denen einige Arten hauptsächlich die Genitalorgane befallen und sexuell übertragen werden; sie rufen Warzen hervor und erhöhen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Hypermenorrhö
Zu starke Regelblutung.

Hyperplasie
Vergrösserung von Geweben durch übermässige Vermehrung von Zellen. Durch die abnorme Vermehrung kann es gegebenenfalls zu einer bösartigen Zellentartung kommen.

Hypomenorrhö
Zu schwache Regelblutung.

Hypophyse (Hirnanhangdrüse)
Kirschgrosses Organ, das unterhalb des Gehirns an der Schädelbasis liegt. Die Hypophyse reguliert durch die Abgabe von Hormonen verschiedene Organfunktionen (z.B. Nebennierenrinde, Schilddrüse). Durch die Ausschüttung von Gonadotropinen steuert die Hypophyse die Funktion der Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden). Die Hypophyse wird ihrerseits vom Hypothalamus gesteuert.

Hypothalamus
Region im Zwischenhirn. Gemeinsam mit der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bildet er ein wichtiges Steuer- und Regelsystem des Organismus. Das Hypothalamus-Hypophysensystem stellt die Verbindung zwischen dem Zentralnervensystem und dem Hormonsystem her und reguliert z.B. die Funktion von Nebennierenrinde, Schilddrüse und Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden).

Hysterektomie
Entfernung der Gebärmutter.

I


Idiopathisch
Ohne erkennbare Ursache. Der Begriff wird im Zusammenhang mit einem Krankheitsbild benutzt, wenn die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig geklärt werden kann.

Implantat
Material (z.B. Kunststoff, Kollagen, Metall), das operativ in den Körper eingebracht wird, um fehlendes Gewebe oder Organteile zu ersetzen, aber auch um mit Hilfe des Implantates Arzneimittel in den Körper einzubringen. Im Zusammenhang mit der hormonalen Empfängnisverhütung: das Einlegen von kleinen hormonhaltigen Kunststoff-Stäbchen unter die Haut. Aus dem Depot werden kontinuierlich Hormone in den Blutkreislauf abgegeben.

Indikation
Heilanzeige, Grund für die Verordnung eines Arzneimittels oder die Anwendung eines therapeutischen oder diagnostischen Verfahrens.

Infertilität
Unfruchtbarkeit.

Injektion
Einspritzung. Die Spritze ist eine Form der Verabreichung von Arzneimitteln. Sie ist auch geeignet zur Verabreichung der Hormone bei der hormonalen Kontrazeption oder der Hormonbehandlung in den Wechseljahren. Dabei wird ein Hormondepot in den Oberarm- oder Gesässmuskel gespritzt, aus dem kontinuierlich geringe Hormonmengen in den Blutkreislauf abgegeben werden.

Inkontinenz
Unvermögen, Urin willkürlich in der Blase zurückzuhalten.

Insuffizienz
Funktionsunfähigkeit oder Leistungsschwäche eines Organs.

Intrauterinpessar (IUP, früher "Spirale")
Methode der Empfängnisverhütung, bei der ein meist T-förmiger Kunststoffkörper in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird.

Intrauterinpessar (IUP, früher "Spirale")Methode der Empfängnisverhütung, bei der ein meist T-förmiger Kunststoffkörper in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird.

Intrauterin-System (IUS)
Hormonspirale. Methode der hormonalen Empfängnisverhütung, bei der ein T-förmiger Kunststoffkörper mit einem Hormonreservoir in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird und dort kontinuierlich minimale Hormonmengen freisetzt.

K


Kardiovaskulär
Das Herz und das Gefässsystem betreffend.

Klimakterische Beschwerden
Typische körperliche Symptome (z.B. Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Herzrasen, Schlafstörungen), die in den Wechseljahren (Klimakterium) auftreten und durch Hormonmangel (vor allem Östrogenmangel) bedingt sind.

Klimakterium (Wechseljahre)
Lebensabschnitt der Frau. Die Wechseljahre beginnen in der Regel zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Die Eierstöcke stellen allmählich ihre Funktion ein. Die Zahl der Eibläschen in den Eierstöcken nimmt ab. Die Menge der ausgeschütteten weiblichen Sexualhormone verringert sich. Die Phase der Fruchtbarkeit endet mit der Menopause, der letzten Regelblutung im Leben der Frau, die meist um das 50. Lebensjahr herum auftritt. Der Hormonmangel im Klimakterium (vor allem der Östrogenmangel) kann zu Wechseljahresbeschwerden (z.B. Hitzewallungen) führen und die Entstehung von Krankheiten (z.B. Osteoporose) begünstigen.

Klitoris
Kitzler, weibliches Genitalorgan. Etwa erbsgrosser Schwellkörper, der sich oberhalb des Scheideneinganges befindet und sich - ähnlich wie der Penis - bei geschlechtlicher Erregung mit Blut füllt.

Knaus-Ogino Methode
Methode der natürlichen Familienplanung (NFP), bei der durch das Führen eines Regelkalenders die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermittelt werden.

Kombinationspräparate
Im Zusammenhang mit der hormonalen Empfängnisverhütung und der Hormonbehandlung in den Wechseljahren: Präparate, die ein Östrogen und ein Gestagen enthalten.

Kondom
Methode der Empfängnisverhütung, bei der beim Mann eine hauchdünne Membran über den Penis gezogen wird, um den Samen aufzufangen. Bei dem seit einigen Jahren verfügbaren Kondom für die Frau (Femidom) wird ein Kunststoffsäckchen in die Scheide eingeführt.

Kontraindikationen
Gegenanzeige. Gründe, die gegen die Anwendung einer Arznei oder einer medizinischen Massnahme sprechen. Die Kontraindikationen beschreiben, in welchen Fällen (z.B. Vorerkrankungen) Arzneimittel oder medizinische Massnahmen nicht angewendet werden dürfen bzw. welche Vorsichtsmassnahmen getroffen werden müssen.

Kontrazeption
Empfängnisverhütung. Massnahmen zur Verhinderung einer Schwangerschaft.

L


Laparoskopie
Bauchspiegelung.

LH (luteinisierendes Hormon)
Hormon der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), das die Funktion der Keimdrüsen (bei der Frau die Eierstöcke, beim Mann die Hoden) reguliert. Bei der Frau löst es den Eisprung aus und regt die Hormonproduktion im Gelbkörper an. Beim Mann stimuliert LH die Bildung von Testosteron.

Libido
Geschlechtstrieb, Lust, Antrieb zur sexuellen Aktivität.

Lokal
Örtlich.

Lymphogranuloma inguinale (Durand-Nicolas-Favre-Krankheit)
Geschlechtskrankheit, die durch Viren verursacht wird.

M


Menarche
Erste Regelblutung im Leben einer Frau. Sie markiert den Beginn der Fruchtbarke

Menopause
Letzte Regelblutung im Leben einer Frau. Sie markiert das Ende der Fruchtbarkeit.

Menorrhagie
Zu starke und zu lang anhaltende Regelblutung.

Menstruation
Regelblutung, Periode.

Menstruationszyklus
Die Zeit zwischen dem ersten Tag der Regelblutung und dem letzten Tag vor der nächsten Menstruation (durchschnittlich 28 Tage). Der Menstruationszyklus wird durch die weiblichen Sexualhormone gesteuert.

Metabolismus
Stoffwechsel.

Metrorrhagie
Azyklische, völlig unregelmässige Regelblutungen.

Mikropille
Besonders niedrig dosiertes hormonales Kombinationspräparat (Östrogen-Gestagen-Präparate) zur Empfängnisverhütung, das weniger als 0,05 mg Östrogen enthält.

Mini-Pille
Hormonales Präparat zur Empfängnisverhütung, das nur ein Gestagen enthält.

Monogam
Mit nur einem Partner Geschlechtsverkehr haben.

Morning-After-Pill
Pille danach, Postkoital Pille. Hormonales Präparat, welches nach ungeschütztem Sexualverkehr oder dem Versagen einer empfängnisverhütenden Methode eingenommen wird, um den Eintritt einer Schwangerschaft zu verhindern.

Mutterkuchen
Plazenta.

Myom
Gutartige Muskelgeschwulst der Gebärmutter.

N


Natürliche Empfängnisverhütung
Natürliche Familienplanung (NFP). Die Verhinderung einer Schwangerschaft durch die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Menstruationszyklus. An den fruchtbaren Tagen darf kein Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Bestimmung der fruchtbaren Tage kann durch regelmässige Messung der Basaltemperatur, durch Selbstbeobachtung des Schleims aus dem Gebärmutterhals (Billingsmethode), durch das Führen eines Menstruationskalenders (Knaus-Ogino Methode) oder durch die Sympto-thermale Methode (Kombination von Temperaturmessung und Billingsmethode) erfolgen.

O


OC
Engl. Oral Contraceptive. Eine vor allem von Medizinern benutzte Abkürzung für orales Kontrazeptivum ("Die Pille").

Oligomenorrhö
Selten eintretende Monatsblutung (in ca. 6-12 wöchigem Abstand).

Oral
Den Mund betreffend, durch den Mund einzunehmen. Die orale Verabreichung eines Arzneimittels bedeutet das Schlucken einer Tablette oder das Trinken einer Arzneimittellösung.

Orales Kontrazeptivum (englisch Oral Contraceptive, OC)
Hormonales Präparat zur Empfängnisverhütung, das durch den Mund (oral) einzunehmen ist. Alltagssprachlich hat sich der Begriff "Die Pille" etabliert.

Osteoporose
Knochenschwund. Schwund der knöchernen Gerüstsubstanz der Knochen, die immer poröser werden. Die Osteoporose ist eine häufige Erkrankung des höheren Lebensalters, wobei der Hormonmangel (bei der Frau Östrogene, beim Mann Testosteron) eine wesentliche Rolle spielt.

Östradiol
Stärkstes körpereigenes Östrogen. Östradiol wird vor allem in den heranreifenden Follikeln (Eibläschen) des Eierstocks gebildet.

Östrogene
Follikelhormone, weibliche Sexualhormone. Die wichtigsten körpereigenen Östrogene sind Östradiol, Östron und Östriol. Östrogene werden vor allem in den heranreifenden Follikeln des Eierstocks gebildet, ausserdem in der Nebenniere, in der Plazenta und im Fettgewebe. Sie bewirken die Ausprägung der weiblichen Geschlechtsmerkmale und steuern gemeinsam mit Progesteron die weiblichen Fortpflanzungsfunktionen. Daneben haben Östrogene vielfältige weitere Wirkungen im Körper, wie z.B. die Erhaltung der Stabilität der Knochen. Synthetische Östrogene werden als Arzneimittel genutzt

Ovarien
Eierstöcke. Weibliche Keimdrüsen. Die wichtigsten Aufgaben der Eierstöcke bestehen in der Bereitstellung von befruchtungsfähigen Eizellen und in der Bildung der weiblichen Sexualhormone (Östrogene und Progesteron).

Ovulation
Eisprung. Das etwa am 14. Zyklustag erfolgende Platzen eines Follikels (Eibläschens) im Eierstock, bei dem eine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird. Die Oberfläche des Eierstocks wird dabei eingerissen. Die Eizelle tritt aus und wird vom Eileiter aufgenommen.

Oxytozin
Wehenanregendes Hormon, das im Hypothalamus produziert wird.

P


PAP Test
Untersuchung, die nach dem Arzt Papanicolaou benannt ist. Es handelt sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen von Muttermund und Gebärmutterhals. Die Zellen werden bei einer Probeentnahme (Abstrich) gewonnen. Der PAP Test dient der Diagnose des Zervixkrebs (Gebärmutterhalskrebs).

Parenteral
Verabreichung eines Arzneimittels unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes (z.B. Injektionen, Pflaster, Cremes).

Pearl Index
Massstab für die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Methode. Der Pearl-Index drückt aus, wieviele ungewollte Schwangerschaften entstehen, wenn 100 Paare eine Methode 12 Monate lang anwenden. Je niedriger der Pearl Index ist, desto zuverlässiger ist die Methode. Heute wird die Sicherheit einer Methode häufig durch den "Perfect Use" und den "Typical Use" ausgedrückt. Der "Perfect Use" (Perfekte Anwendung) beschreibt die Schwangerschaftsrate bei völlig korrekter Anwendung der Methode. Der "Typical Use" (typische Anwendung) dagegen berücksichtigt, dass bei der normalen Anwendung einer Methode auch Störfaktoren eine Rolle spielen können (z.B. fehlerhafte Einnahme der Pille, fehlerhafte Benutzung einer Barrieremethode, Häufigkeit sexueller Aktivität).

Penis
Männliches Glied.

Periode
Menstruation, Regelblutung. Die bei der geschlechtsreifen Frau in etwa 28-tägigem Abstand auftretende Blutung aus der Gebärmutter. Bei dieser Blutung wird die Funktionsschicht der Gebärmutterschleimhaut abgestossen. Die Menstruation zeigt an, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Pessar
Diaphragma, Scheidenpessar. Methode der Empfängnisverhütung, bei der eine flach gewölbte Gummi- oder Kunststoffmembran in das obere Scheidengewölbe eingeführt wird. Der Muttermund wird somit abgedeckt und für Spermien unzugänglich gemacht.

Petting
Die gegenseitige Liebkosung des Körpers, die das Eindringen des Penis in die Scheide vermeidet. Petting ist z.B. sehr gut geeignet, um vor dem "ersten Mal" den Körper des Partners zu erkunden und ein Gefühl dafür zu bekommen, was einem selbst und dem Partner gefällt. Alles, was von beiden Personen als lustvoll empfunden wird, ist richtig und gut.

Pille
Alltagssprachlich für orales Kontrazeptivum. Hormonales Präparat zur Empfängnisverhütung.

Pille danach
Postkoitalpille, Morning-after-Pill. Hormonales Präparat, welches nach ungeschütztem Sexualverkehr oder dem Versagen einer empfängnisverhütenden Methode eingenommen wird, um den Eintritt einer Schwangerschaft zu verhindern.

Plazenta
Mutterkuchen. Das sich während der Schwangerschaft entwickelnde Organ, das dem Stoffwechsel, der Ernährung und der Sauerstoffversorgung des im Mutterleib heranwachsenden Kindes dient.

Polymenorrhö
Zu häufig auftretende Monatsblutungen.

Portio
Teil des Gebärmutterhalses; äusserer Teil des Muttermunds, der in die Vagina ragt.

Portiokappe
Methode der Empfängnisverhütung, bei der eine fingerhut-ähnliche Kappe eng über den Muttermund (Portio) gestülpt wird, so dass keine Spermien passieren können.

Postkoitalpille
Morning-after pill, Pille danach. Hormonales Präparat, welches nach ungeschütztem Sexualverkehr oder dem Versagen einer empfängnisverhütenden Methode eingenommen wird, um den Eintritt einer Schwangerschaft zu verhindern.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Sammelbegriff für vielfältige Beschwerden (z.B. Unterleibschmerzen, Kopfschmerzen, Ödeme, Stimmungstief, Reizbarkeit), die bei vielen Frauen 6-8 Tage vor der Menstruation (der Regelblutung) auftreten können. Das Prämenstruelle Syndrom ist wahrscheinlich hormonell bedingt.

Prävention
Massnahmen, die zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten dienen.

Progesteron
Weibliches Sexualhormon. Progesteron ist das wirksamste körpereigene Gelbkörperhormon. In der Schwangerschaft wird Progesteron auch im Mutterkuchen (Plazenta) gebildet. Gemeinsam mit Östrogen steuert Progesteron die weiblichen Fortpflanzungsfunktionen und hat eine besondere Bedeutung für den Erhalt der Schwangerschaft. Progesteron und synthetische Hormone, die eine ihm ähnliche Wirkung besitzen, werden als Gestagene bezeichnet.

Prolaktin
Hormon, das in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet wird und die Bildung von Muttermilch anregt.

Promiskuität
Geschlechtsverkehr mit verschiedenen, häufig wechselnden Partnern.

Prophylaxe
Verhütung von Krankheiten, Vorbeugung.

Prostaglandine
Klasse hormonähnlicher Substanzen, Gewebshormone. Sie werden je nach Bedarf rasch freigesetzt und wirken zumeist gleich am Ort ihrer Entstehung. Sie sind an vielfältigen Prozessen beteiligt (z.B. Schmerzzuständen, Entzündungen u.v.m.). Bestimmte Prostaglandine haben eine Bedeutung in der Geburtsphase, weil sie auf die Gebärmutter wehenauslösend wirken und den Muttermund erweitern. Auch das schmerzhafte Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur bei Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhö) ist durch Prostaglandine verursacht. Es gibt synthetische Prostaglandine, die als Arzneimittel eingesetzt werden.

Pubertät
Im engeren biologischen Sinn: Zeit, in der sich die sekundären Geschlechtsmerkmale ausbilden und die Geschlechtsreife eintritt (ungefähr im Alter von 10-15 Jahren). Die Geschlechtsreife ist beim Mädchen mit der ersten Regelblutung (Menarche) und beim Jungen mit dem ersten spontanen Samenerguss erreicht.

R


Refertilisierung
Wiederherstellung der Fruchtbarkeit (z.B. nach einer Sterilisation).

Regelblutung
Menstruation, Periode. Die bei der geschlechtsreifen Frau in etwa 28-tägigem Abstand auftretende Blutung aus der Gebärmutter. Bei dieser Blutung wird die Funktionsschicht der Gebärmutterschleimhaut abgestossen. Die Menstruation zeigt an, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Reversibel
Rückgängig zu machen (z.B. für Methoden der Empfängnisverhütung).

Rezeptor
Spezifische Bindestellen für körpereigene Wirkstoffe oder Arzneimittel an deren Zielzellen. So können z.B. Hormone ihre Wirkung nur über den Rezeptor vermitteln. Voraussetzung dafür ist, dass das Hormon in seiner Form genau der Form des Rezeptors entspricht (Schlüssel-Schloss-Prinzip).

S


Scheide
Vagina.

Sexualhormone
Die für die Regulation der Fortpflanzung sowie die Reifung und Ausbildung der männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmale verantwortlichen Hormone. Die Sexualhormone werden vor allem in den Keimdrüsen gebildet (bei der Frau in den Eierstöcken und beim Mann in den Hoden). Östrogene und Gestagene werden als weibliche Sexualhormone, Androgene als männliche Sexualhormone bezeichnet.

Sperma
Ejakulat. Samenflüssigkeit. Sie enthält die Spermien, denen bei der Ejakulation die Sekrete von Prostata und Samenblase beigemischt werden.

Spermatogenese
Prozess der Spermienbildung im Hoden. Aus undifferenzierten Vorsamenzellen entwickeln sich über mehrere Entwicklungsstufen die Spermien. Die Spermatogenese ist hormonabhängig (Testosteron und FSH).

Spermien (Singular: Spermium)
Männliche Samenzelle. Samenzellen sind frei bewegliche Zellen. Sie enthalten im Spermienkopf das väterliche Erbgut und einen Schwanz, der die Bewegung ermöglicht. Die im Hoden gebildeten Spermien müssen im Nebenhoden einen Reifungsprozess durchmachen.

Sterilisation
Unfruchtbarmachung, das Herbeiführen der Zeugungsunfähigkeit durch einen operativen Eingriff. Bei der Frau sind mehrere Methoden möglich. Sie alle zielen darauf, das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle im Eileiter zu verhindern. Dies kann durch die operative Durchtrennung oder Unterbindung der Eileiter oder durch deren teilweise oder totale Entfernung erfolgen. Beim Mann werden in einem kleinen operativen Eingriff die Samenleiter durchtrennt (Vasektomie).

Symptom
Anzeichen. Im engeren Sinn: Anzeichen oder Erscheinungen einer Krankheit.

Sympto-thermale Methode
Methode der natürlichen Familienplanung (NFP). Die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage erfolgt durch Selbstbeobachtung des Schleims aus dem Gebärmutterhals (Billings-Methode) und die gleichzeitige regelmässige Messung der Körpertemperatur (Basaltemperatur).

Syphilis
Lues. Geschlechtskrankheit, die durch Mikroorganismen verursacht wird.

STD
Abkürzung für den englischen Begriff Sexually Transmitted Diseases, sexuell übertragbare Krankheiten, Geschlechtskrankheiten.

T


Temperaturmethode
Methode der natürlichen Familienplanung (NFP). Die tägliche Messung der Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) gibt einen Hinweis auf den Zeitpunkt des Eisprungs. So sollen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Menstruationszyklus bestimmt werden.

Testis
Hoden. Männliche Keimdrüsen.

Testosteron
Wichtigstes körpereigenes männliches Sexualhormon (Androgen).

Thrombose
Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus, Blutpfropf) in Blutgefässen (Arterien oder Venen). Der Thrombus kann den Blutfluss im Gefäss behindern. Teile des Blutgerinnsels können sich lösen und über die Blutbahn weitertransportiert werden. Bleibt der Thrombus in Gefässengen stecken, kann die Versorgung von lebenswichtigen Organen blockiert werden, so dass es je nach dem Ort der Blockade zu Lungenembolie, Herz- oder Hirninfarkt kommen kann.

Trichomoniasis
Eine durch Trichomonaden (Geisseltierchen) verursachte Geschlechtskrankheit.

Tripper
Gonorrhö. Geschlechtskrankheit, die durch Bakterien (Gonokokken) verursacht wird.

Tube
Eileiter. Weibliches Genitalorgan. Der Eileiter nimmt die reife Eizelle nach dem Eisprung aus dem Eierstock auf und transportiert sie weiter zur Gebärmutter. Im Eileiter findet die Befruchtung statt.

U


Ulcus molle (Weicher Schanker)
Geschlechtskrankheit, die durch Bakterien übertragen wird.

Urogenitalsystem
Oberbegriff für die harnabführenden Organe und die Geschlechtsorgane.

Uterus
Gebärmutter. Weibliches Genitalorgan. Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges, muskulöses Hohlorgan. Sie ist innen von einer Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet. Das Endometrium wächst in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus. Wenn es zu einer Befruchtung kommt, nistet sich die Eizelle in dieser Schleimhaut ein. Die Gebärmutter ist dann der Ort der Entwicklung des Kindes. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Schleimhaut mit der Regelblutung abgestossen. Das untere Drittel der Gebärmutter wird als Gebärmutterhals bezeichnet.

V


Vagina
Scheide, weibliches Geschlechtsorgan, welches beim Geschlechtsverkehr den Penis aufnimmt.

Vasektomie
Sterilisation des Mannes.

Viril
Männlich.

Virushepatitis
Leberentzündung, die durch Viren verursacht wird. Bestimmte Virenstämme (vor allem Hepatitis B-Viren), werden vor allem auch durch Sexualkontakte übertragen, weshalb die Virushepatitis zu den Geschlechtskrankheiten gezählt wird.

Viskos
Zähflüssig. Der Begriff wird in der Medizin meist zur Beschreibung der Konsistenz von Schleim verwendet.

Vulva
Die äusseren Geschlechtsorgane der Frau.

Z


Zerebral
Das Gehirn betreffend, im Gehirn liegend.

Zervix
Gebärmutterhals. Der nach unten enger werdende Teil der Gebärmutter. Er wird zur Scheide hin durch den äusseren Muttermund und zum Gebärmutterkörper hin durch den inneren Muttermund begrenzt. Ein zäher Schleimpfropf dichtet den Gebärmutterhals ab, der sich nur um den Zeitpunkt der Ovulation herum verflüssigt und für Spermien durchlässig wird.

Zwischenblutung
Blutung zwischen zwei Regelblutungen.

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